Mit einem Schuss Melancholie

Matt Woosey

Mit einem Schuss Melancholie

Lahr – Der britische Sänger, Gitarrist und Songwriter Matt Woosey hat in seiner Heimat unzählige Klubtouren absolviert, bevor es ihn vor zwei Jahren nach Ettenheim verschlagen hat. Am Samstag gastierte er mit seiner Band erstmals im Lahrer Schlachthof.

“Life is but a Song – das Leben ist wie ein Lied”, singt der 33-jährige Brite in einer erst vor wenigen Wochen geschriebenen Ballade. Manchmal schwingt dabei eine kräftige Prise Blues mit, ein Schuss Melancholie. Ein anderes Mal ist es ein eher leichter, lässiger Ton, oder auch das knarzige Riff einer kraftvollen Rocknummer. Das Leben kommt also daher wie die Musik von Matt Woosey, der am Samstagabend in der Reihe “Songs ’n’ Singers” im Lahrer Schlachthof debütierte.

Er hat in knapp zehn Jahren immerhin acht Studioalben veröffentlicht und immer wieder die Ochsentour durch die Pubs und Kaschemmen Englands absolviert und wurde drei Mal für den britischen Blues Award nominiert. Vor zwei Jahren ist Woosey in Ettenheim, der Heimat seiner deutschen Frau gelandet.

Seine Musik erinnert ein bisschen an Van Morrison, vor allem aber an den jungen Tim Buckley. Verträumte Melancholie trifft auf eine lässig anmutende Leichtigkeit, in der wilde ekstatische Momente aufblitzen. Erdige Bluesriffs und schleppende Rhythmen schlagen um in knackige Rocksongs, bei denen seine neue Band in den Vordergrund rückt. Woosey hat die vier Burschen in Freiburg aufgegabelt: Ralf Kueker (Gitarre), Michael Oertel (Gitarre, Tasteninstrumente), Lukas Steinmeyer (Bass) und Schlagzeuger Andreas Fuchs, der am Samstag zum ersten Mal mit am Start war, zaubern einen dichten Klangteppich, der nicht zuletzt auch von der rockigen Geste lebt. Woosey sitzt auf einem Stuhl im Zentrum des Geschehens, gibt mit der Akustischen immer wieder den Ton an. Balladen wie “Let it flow” schleppen sich dahin, nehmen in einem instrumentalen Zwischenspiel aber mächtig Fahrt auf, “Life is but a Song” setzt ein kraftvoll groovendes Zeichen vor der Pause. “I’ve seen the Bottom”, ein Song über psychedelische Erfahrungen, stellt kargen Sprechgesang gegen wilde Gitarrenläufe.

Die beiden Zugaben gehören dem Blues. Woosey steigt im Alleingang mit einem beinahe karg angelegten “Little Red Rooster” ein, das Bottleneck lässt die nun auf dem Schoß liegende Gitarre singen und wimmern. Dann kommt noch einmal die Band zurück um die knapp 100 Zuhörer im Schlachthof ein letztes Mal aus der Reserve zu locken.